Klinik für Kinderchirurgie

Klinik für Kinderchirurgie

Wir, das Team der Kinder- und Jugendchirurgie, kümmern uns um Ihr erkranktes oder verletztes Kind im Alter von 0 bis 15 Jahren. Anders als in der Erwachsenenmedizin gibt es keine Beschränkung auf einzelne Organsysteme. Auch das Thema „Wachstum“ muss als eine Art vierte Dimension bei der Behandlung berücksichtigt werden.

Chefärztin

Chefärztin
Ulrike Brokmeier

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Fehlbildung der Harnwege

Bei einem Engpass der Harnleiter bildet sich vor dem Engpass eine Aussackung. Das hat zur Folge, dass Urin nicht vollständig abgeleitet wird, sich in der Niere staut und diese schädigt.

Einführung

Über die Harnwege leitet der Körper den Urin ab. Sie beginnen im Nierenbecken, das über den Harnleiter mit der Blase verbunden ist. Von dort führt die Harnröhre den Urin ab. Beim gesunden Jungen mündet die Harnröhre an der Spitze der Eichel, beim Mädchen im Scheidenvorhof. Auf diesem Weg durch den Körper können verschiedene Entwicklungsstörungen wie Engpässe und Deformationen auftreten. Bei einem Engpass der Harnleiter bildet sich vor dem Engpass eine Aussackung. Das hat zur Folge, dass Urin nicht vollständig abgeleitet wird, sich in der Niere staut und diese schädigt. 

 

Ein gestörter Harnabfluss besteht auch wenn unter der Blasenentleerung Urin durch die Harnleiter in Richtung Nieren zurückfließt. Normalerweise klemmt die Blase den Zufluss in die Harnleiter beim Wasserlassen wie ein Ventil ab. Wenn ein Harnleiter aber im falschen Winkel auf die Blase auftrifft, schließt das Ventil nicht mehr richtig und ein Teil des Urins fließt zurück in den Harnleiter und die Niere. In beiden Fällen kann der zurückbleibende Urin eine Nierenschädigung oder die Harnsteinbildung, aber insbesondere eine Entzündung hervorrufen. Eine andere Deformation liegt vor, wenn beim Jungen die Harnröhre nicht an der Penisspitze sondern an anderer Stelle austritt.

Symptome
  • Harnwegsinfektion
  • Gedeihstörung
  • Nierenfunktionsstörung
  • Familiäre Häufung
    Keine Seltenheit! Von 300 neugeborenen Jungen hat einer eine Hypospadie.
Therapie

Insbesondere wenn bereits vorgeburtlich im Ultraschall Fehlbildungen festgestellt worden sind oder im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung auffallen, kann Ihr Kinderarzt Ihr Kind gerne bei uns vorstellen. Häufig sind Funktionsuntersuchungen der Nieren oder Blase nötig, die wir meist ambulant durchführen. Sollten diese eine Operationsnotwendigkeit ergeben, ist diese Operation häufig mit einem stationären Aufenthalt verbunden. Teilweise müssen wir Ihr Kind einen Tag vor der Operation aufnehmen, um zeitnah weitere Voruntersuchungen durchzuführen zu können. Während der Operation werden eventuell vorhandene Engpässe entfernt oder ungünstig gelegene Zu- und Abflüsse im Blasenbereich verlagert. Damit sich die operierten Harnwege während des Heilungsprozesses nicht verschließen und die Niere damit unter Druck gerät, wird häufig ein dünner Schlauch zur Schienung des operierten Organs eingelegt. In den folgenden Tagen erholt sich das Kind von der Operation. Der Urin wird in dieser Zeit meist über einen Katheter abgeführt. So kann gleichzeitig kontrolliert werden, ob in ausreichender Menge Flüssigkeit ausgeschieden wird. Dabei muss darauf geachtet werden, dass in ausreichender Menge getrunken wird damit der Urin die entstandenen Blutreste und Wundschorfe ausspülen kann. Sofern das Wasserlassen nach der Katheterentfernung keine Probleme bereitet kann das Kind wieder nach Hause. Gelegentlich bleiben Schienungen der Harnleiter noch etwa 6-7 Wochen in den Harnwegen. Im Rahmen einer Blasenspiegelung werden diese unter Vollnarkose entfernt, ohne dass eine stationäre Aufnahme nötig ist.

 

Bei einer Fehllage der Harnröhrenmündung am Penis wird diese chirurgisch an die richtige Position verlagert. Dieser Eingriff sollte möglichst früh vorgenommen werden und erfordert einen erfahrenen Operateur. Eine professionelle Rekonstruktion ist später funktional und ästhetisch nicht von einem gesunden Genital zu unterscheiden. Wenn möglich erfolgt die Rekonstruktion in einem einzigen Eingriff. Unser Team rund um Dr. Engec berät sie gern, welche Möglichkeiten bestehen. Nachbehandlung Achten Sie darauf, dass das Kind in ausreichender Menge trinkt.