Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie


Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Die Klinik für Diagnostische Radiologie hält verschiedenste radiologische Untersuchungsmethoden für die medizinischen Fachabteilungen des EKO. vor. Es bietet die gesamte bildgebende radiologische Diagnostik sowie interventionell-radiologische Therapiemaßnahmen an.
Chefarzt

Chefarzt Prof. Dr. med.
Claus Nolte-Ernsting
Tel.: 0208 881-1141
Fax: 0208 881-1161
Lexikon
Begriffe aus der Radiologie in laienverständlicher Sprache.
Renovaskulärer Bluthochdruck
Der renovaskuläre Bluthochdruck ist ein Bluthochdruck (nach WHO-Definition systolisch/diastolische Blutdruckwerte > 160/95 mmHg) hervorgerufen durch eine Minderdurchblutung der Nieren. Grundsätzlich tragen die Nieren maßgeblich zur Blutdruckregulierung bei. Ist der Blutstrom zu den Nieren gedrosselt, so wird durch die Nieren über einen Regelkreis der Blutdruck angehoben (=Goldblatt-Mechanismus, Renin-Angiotensin-System).
Die mit Abstand häufigste Ursache des renovaskulären Bluthochdrucks ist eine relevante Verengung der Nierenarterien auf dem Boden einer Arteriosklerose oder seltener auf dem Boden einer fibromuskulären Dysplasie. Etwa 2/3 aller Nierenarterienverengungen werden durch arteriosklerotische Plaques hervorgerufen, davon sind 1/3 der arteriosklerotischen Nierenarterienverengungen beidseitig. Der Anteil anderer Ursachen des renovaskulären Bluthochdrucks (z.B. Nierenarterienverschluß, -embolie, -aneurysma, arteriovenöse Fistel, atypische Aortenkoarktation, externe Nierenkompression, Neurofibromatose, Arteriitis, radiogene oder postoperative Nierenarterienverengung u.a.) wird mit unter 5% angegeben.
Obwohl 10-15% der Erwachsenen einen Bluthochdruck aufweisen, macht der renovaskulären Bluthochdruck nur einen Anteil von 3-5% aller Bluthochdruckformen aus. Der Nachweis einer Nierenarterienverengung bedeutet daher nicht zwangsläufig, daß diese Ursache des bestehenden Bluthochdrucks ist. Es kann sich auch um eine im Rahmen eines essentiellen Bluthochdrucks entwickelte Enge handeln, so daß stets die hämodynamische Wirksamkeit der Enge abgeschätzt werden muß. Die Diagnose eines renovaskulären Bluthochdrucks ist daher sicher erst dann zu stellen, wenn die Beseitigung der Enge zur Heilung oder Besserung des Bluthochdrucks geführt hat.