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Pressemitteilung


Donnerstag, 25.07.2013
Hervorragende Zusammenarbeit bei der Behandlung eines bosnischen Kindes

Evangelisches Krankenhaus Oberhausen, Stiftung „Aktionen – Menschen in Not“ und „Zentrum für konduktive Therapie“ kooperieren zum Wohle von Ernad


Anfang Juli hat Dr. Joachim Opp, Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) im Evangelischen Krankenhaus Oberhausen (EKO.), mit der Behandlung von dem schwerstbehinderten Jungen aus Bosnien begonnen. Alle Kosten hierfür übernimmt das EKO. Der Fünfjährige hat neben seiner Behinderung epileptische Anfälle, welche seine Lebensqualität zusätzlich beeinträchtigen. Hergestellt hat den Kontakt zum Chefarzt des SPZ Oberhausens Herbert Schröer von der Stiftung „Aktionen – Menschen in Not“ und Dr. Opp wegen des behinderten Jungen um Unterstützung bei der Behandlung gebeten. Die Stiftung vermittelt in Einzelfällen medizinische Behandlungen für Menschen in Bosnien. „Behinderte Menschen leben in Armut und werden von ihren Familien versteckt“, erzählt Herbert Schröer von der Stiftung. „Wir versuchen Bedürftige und Behinderte zu unterstützen, wenn sie sich an uns wenden“. Sedina Alomerovic hat sich in Ihrer Not an Herrn Schröer gewandt und so den Weg ins Sozialpädiatrische Zentrum gefunden.

 

Dr. Joachim Opp ist nach Sichtung der Unterlagen des kleinen Patienten zu dem Entschluss gekommen, dass „an der Grundkrankheit, also der schwersten Behinderung, nichts verändert werden kann. Die epileptischen Anfälle jedoch, die den Jungen sehr belasten, wahrscheinlich durch eine medikamentöse Optimierung deutlich gemildert werden können.“ Bevor die Behandlung in Deutschland beginnen konnte, bedurfte es einiger Vorbereitungen. Dafür begann die Mutter von Ernad im Vorfeld einen Anfallskalender zu erstellen und jeden Anfall ihres Sohnes gut zu beobachten und diesen detailliert zu dokumentieren. Außerdem mussten die in Bosnien zugelassenen Medikamente mit denen in Deutschland abgeglichen werden. Nachdem die Vorbereitungen getroffen waren, konnte die Reise beginnen. Dabei kommt der Mutter zu Gute, dass sie bis zum 13. Lebensjahr in Deutschland gelebt hat und somit bei entfernten Verwandten während der Behandlungszeit ihres Sohnes wohnen kann.  

 

Während des Ersttermins im Sozialpädiatrischen Zentrums in Oberhausen hat Dr. Joachim Opp Untersuchungen durchgeführt, um anschließend gezielt einen Behandlungsplan aufzustellen. Dieser berücksichtigt u.a. die Medikamentenumstellung und die Festlegung der Verlaufskontrollen. „Unser Ziel ist es, durch die Umstellung der Medikamente eine Verringerung der Anfallsfrequenzen zu erreichen, welche für den Jungen eine deutliche Erhöhung der Lebensqualität bedeutet“, sagt Dr. Opp.

 

Zudem benötigt Ernad dringend eine Therapie zur Verbesserung seiner motorischen Fähigkeiten. Dafür hat Dr. Opp den Kontakt zwischen Herbert Schröer und Udo Fischer, dem Geschäftsführer des Zentrums für konduktive Therapie hergestellt. Das Zentrum für konduktive Therapie nach Petö fördert die Entwicklung von körper- und mehrfachbehinderter Menschen durch einen ganzheitlichen Therapieansatz, der Elemente von Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Pädagogik vereint. Davon kann nun auch Ernad während seines Aufenthaltes in Deutschland profitieren. Die Kosten des auf ihn abgestimmten Bewegungsangebotes werden von dem Zentrum übernommen. „Ich freue mich sehr, Ernad während der ersten Ferienhälfte täglich in unserem Zentrum für konduktive Therapie behandeln zu können“, erzählt Herr Fischer.

 

Herbert Schröer von der Stiftung ist dankbar für das Engagement: „Die therapeutische und finanzielle Unterstützung von Dr. Opp, der Klinik und dem Zentrum für konduktive Therapie ist nicht in Worte zu fassen. Ich kann mich nur im Namen der Stiftung herzlich für das großartige Engagement bedanken“.  

 

  
Im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) in Oberhausen werden die häufig sehr komplexen Probleme von Kindern mit körperlichen, neurologischen und psychischen Erkrankungen und mit emotionalen und sozialen Verhaltensauffälligkeiten durch ein Team unterschiedlicher Fachleute gemeinsam behandelt. Die Experten bieten eine ausführliche, differenzierte und individuell abgestimmte Diagnostik und Behandlung. Hierzu gehört auch die Vernetzung mit anderen Institutionen, die am diagnostischen und therapeutischen Prozess beteiligt sind.

 

Die gemeinnützige Stiftung „Aktionen – Menschen in Not“ leistet seit 20 Jahren den Menschen in Osteuropa wirksame Unterstützung. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Hilfe für Schwerstbehinderte und katastrophal verarmte Familien in den östlichen Gebieten von Rumänien und der Ukraine. Sie alle haben ähnlich erschütternde Lebensschicksale zu ertragen. Ihre Lehmhäuser stehen vor dem Verfall, desgleichen Türen, Fenster und das Mobiliar. Für die schlimmsten Fälle lässt die Stiftung die Holzelemente fertigen. In gleich bedrückender Lage ist die Versorgung der Behinderten mit den einfachsten Mitteln. Für sie sammelt die Stiftung am Ort Behinderten- und Krankenhilfen und liefern diese dort an.

 

Im Zentrum für konduktive Therapie in Oberhausen werden cerebral geschädigte Kinder nach einem ganzheitlichen Ansatz therapiert und gefördert. Das Ziel für jedes Kind, egal wie schwer es betroffen ist, ein Optimum an Teilhabe am Leben zu ermöglichen.